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- DENMARK
In Dänemark zu Gast
Essen bei den Einheimischen zuhause Wenn man in Dänemark zum Essen ausgehen will, muss man schon ein bisschen aufpassen. Nicht etwa, weil es da exotische Gerichte gibt. Vielmehr schmeckt den Dänen neben Fisch aus der Ostsee wie auch uns ein deftiger Schweine- oder Rinderbraten. Allerdings gilt es in der dänischen Sprache ein paar Klippen zu umschiffen: Was bei uns ein Mittagessen ist, heißt in Dänemark "Frokost", das Abendessen dagegen "Middag". Dazu kommt, dass unsere nördlichen Nachbarn es eher gemütlich - auf Dänisch heißt das "hyggelig" - mögen und sich gern in Familie zum Essen zu Hause versammeln. "Wer in Kopenhagen zu Gast ist und wissen möchte, wie hyggelig es bei den Dänen wirklich zugeht, der kann sich gern an uns wenden", lädt Annette Waeber ein. Die energische Kopenhagenerin betreibt gemeinsam mit ihrem Vater Leif seit drei Jahren in der dänischen Hauptstadt das private Tourismusbüro "Meet the Danes" (Triff die Dänen). Der Name ist dabei durchaus Programm: Das engagierte Informations- und Servicebüro im Stadtteil Nörrebro bietet tatsächlich den direkten Draht zu Bürgern der dänischen Hauptstadt. "Meet the Danes" veranstaltet ganz persönliche Stadtführungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, die weit über Tivoli, Schloss Amalienborg und die kleine Meerjungfrau hinaus führen, vermittelt Segeltörns auf privaten Booten zu den Inseln im Öresund und Übernachtungen in kleinen Hotels mit persönlichem Charme oder in Privatzimmern. Homedinner kostet umgerechnet rund 50 Euro "Unser besonderer Service sind jedoch die so genannten Homedinner", berichtet Annette Waeber. Für umgerechnet etwa 48 Euro pro Person können interessierte Besucher "Middag" mit dänischen Gastgebern in deren Zuhause erleben. Zur Auswahl stehen dabei sowohl Familien und Paare als auch Alleinerziehende und sogar Wohngemeinschaften und Studentenwohnheime. Knapp 200 Adressen solcher Gastgeber hat sie in ihrer Kartei. Die meisten wohnen in Kopenhagen und auf der Insel Seeland. "Middag ist für uns Dänen die Zeit des Tages, wo wir uns alle am Familientisch versammeln und gegenseitig erzählen, was wir so erlebt haben", so Annette Waeber. Eine gemütliche Atmosphäre mit Kerzenlicht gehört für viele Dänen traditionell dazu. So zum Beispiel auch bei Eva Gall und ihrem Mann Sören Nielsen. Das Paar - beide um die 40, sie Psychologin, er Umweltbiologe - wohnt seit mehr als zehn Jahren auf der Vesterbrogade, der Hauptachse durch das multikulturelle Vesterbro-Viertel. Das einstige Arbeiterviertel war noch bis vor wenigen Jahren als Rotlichtbezirk verrufen und galt für viele Besucher der dänischen Hauptstadt als "Schmutzecke hinter dem Hauptbahnhof", die man nicht unbedingt gesehen haben musste. Mittlerweile hat sich hier ein einzigartiger Ethno-Mix angesiedelt, man findet Restaurants von Arabisch bis Zypriotisch und von Tacos bis Sushi. Außerdem gibt es hier trendige Clubs und Modeateliers, aus denen die Musik und die Mode von morgen kommt. Gute alte Hausmannskost "Auch bei uns haben im Alltag Pizza und Pasta die gute alte Hausmannskost fast verdrängt", sagt Eva fast entschuldigend, "aber wenn Gäste kommen, dann koche ich natürlich einen Klassiker." Auf Tellern und in Schüsseln dampfen Schweinebraten, Rosenkohl und Salzkartoffeln. Eva und Sören sind beide waschechte Kopenhagener. Sie kennen viele Geschichten und Anekdoten, die weit über das Reiseführer-Wissen für Touristen hinausreichen. Skurrile Erlebnisse aus der Kindheit und Tipps für Sehenswürdigkeiten, die nicht jeder auf Anhieb findet, gehören dazu. Sören zum Beispiel ist viel mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs und kennt Radwege, auf denen man sich blitzschnell und ohne viel Autoverkehr durch den Großstadtdschungel schlagen kann. Nach dem Essen ziehen Gastgeber und Gäste zwanglos mit einer Flasche Wein ins Wohnzimmer um. "Obwohl wir uns beide hier in Vesterbro sehr wohl fühlen, wechseln wir demnächst den Wohnort", erzählen Eva und Sören. Beide arbeiten in Roskilde und wollen auch dort ihr neues Heim für das ungewöhnliche Begegnungsprogramm von "Meet the Danes" zur Verfügung stellen. "Macht's gut und schreibt uns mal", heißt es zum Abschied. Auf diese Weise sind schon einige grenzüberschreitende Freundschaften entstanden. Und das nicht nur per Brief oder E-Mail, denn Eva und Sören waren mittlerweile auch bei Leuten zu Besuch, die sie beim Homedinner in Kopenhagen kennen gelernt haben - in Holland und in Frankreich. Denn nicht nur den Deutschen haben sie schon beigebracht, dass man in Dänemark abends zu "Middag" isst. N24.de, ddp
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